Bericht von Olaf und Inge Michels

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Olaf und Inge Michels sind ebenfalls Unterstützer des Kindergartens in Kleinkrantz und Freunde von uns. Wir sind froh und dankbar, dass sie sich für den Kindergarten engagieren und tatkräftig am Aufbau mitwirken. Hier ein Bericht von Olaf und Inge, der gerade bei uns eingetroffen ist. Auch die Bilder sind sehr nett! Ihr findet sie in der Leiste links in der Rubrik BILDER unter “Weihnachtsfeier 2011″. Viel Spaß beim Lesen:

“Wir sind z. Zt. mit der Entwicklung im Kindergarten sehr zufrieden.

Die neue Kindergärtnerin Maleny ist einfach super, die Kinder sind manchmal nicht mehr wieder zu erkennen. Sie hat eine Trillerpfeife und alles hört aufs Wort. Man merkt ihre Erfahrung von 16 Jahren Kindergartenarbeit.

In der Aftercare-Gruppe haben wir auch sehr gute Erfahrungen, die neue Lehrerin, Najma, türkischer Herkunft, wohnt in Kleinkrantz, hat 5 Kinder großgezogen und kennt sich gut mit allen Sorgen und Problemen der Kinder aus.

In der Küche gibt es auch Neuigkeiten, Lee Anne hat uns verlassen und Liana, die vorher im Kindergarten ausgeholfen hat, bekam diese Stelle. Diese Entscheidungen müssen jetzt immer mit dem Elternbeirat abgestimmt werden, der inzwischen sehr aktiv ist.

Zum Schulabschluss für dieses Jahr gab es eine ganz große Überraschung, sechs Kinder haben ein Diploma bekommen, da waren aber alle, Lehrer und Kinder sehr stolz, man sieht also, dass es wirklich nötig war, eine Aftercare zu gründen.

Wir machten mit den Kindern Ausflüge, zuerst mit den kleinen Aftercare nach Sedgefield zum Papierdrucken aus Elefantendung. Alle waren nicht besonders begeistert” ich pack doch keinen Shit an”, war zunächst ihre Einstellung. Dann machte es jedoch allen viel Spaß. Später, nach dem Trocknen, konnten wir das Papier abholen und alle zeigten es stolz herum. Dann gab es noch einen Lunch im Restaurant und wir waren hellauf begeistert, mit welch gutem Benehmen sie dort saßen. Besonders stolz waren wir, dass die “Weißen” höchst erstaunt waren über so gut erzogenen „schwarze“ Kindern.

Der nächste Ausflug mit dem ganzen Kindergarten ging zur Erdbeerfarm am Flughafen in George, da gibt es einen großen Spielplatz. Hier durften alle Erdbeeren pflücken. Die Erdbeeren durften beim Pflücken nicht gegessen werden, erst nachher, wenn alle fertig waren mit dem Pflücken. Dann gab es auch einen Lunch und alle waren zufrieden.

Den letzten Ausflug für dieses Jahr machten wir mit den großen Aftercare Kindern nach George ins Theater. Es wurde von R. Dahl „Die Hexen“ aufgeführt.

Zuerst aber gingen wir in ein Restaurant, wo sie sich Pizza oder Hamburger aussuchten konnten, für die Kinder ist Essen eine große Freude und gehört zum Ausflug. Von der Vorstellung waren die Kinder total begeistert, fast alle waren noch nie in einem Theater. Am Schluss verteilten die Hexen süße Mäuse an die Kinder.

Für unsere Weihnachtsfeier mussten 56 Pakete gepackt werden. Olaf kam auf eine geniale Idee, wir fuhren nach George zu einem Papiergroßhandel, wo es Papiertüten mit Henkel gab. Wir erzählten dann den Kindern, dass Father Christmas dieses Jahr soviel Arbeit und keine Zeit hat, die Tüten zu bemalen. Sie sollten ihm also helfen und die Tüten selbst bemalen. Wir würden sie dann danach zu Father Christmas bringen und er wird dann die Geschenke dort hineinlegen. Mit Begeisterung bemalten und beklebten die Kinder dann die Tüten.

Am 2. Dezember war dann die Weihnachtsfeier für die Aftercare Kinder, diesmal ohne Eltern. Es gab einen langen Tisch voll Essen, was sehr wichtig ist für die Kinder und dann wurde etwas getanzt bis Father Christmas kam und die Geschenke verteilte. Die Freude darüber kann man kaum wiedergeben.

Am 3. Dezember hatten die „Kleinen“ ihren großen Tag. Die Eltern mussten 5 Rand Eintritt bezahlen, da es Kaffee und viel Kuchen gab. Das Geld kam aber in die Kindergartenkasse.

Was Maleny und Marlene mit den Kindern einstudiert hatten, war umwerfend (siehe umseitiges Foto). Es klappte wie bei Profis. Maleny hatte Kostüme gekauft bzw. nähen lassen und die Kleinen waren zum verlieben.

Im ersten Halbjahr haben wir wieder viel angeschafft, die üblichen Dinge vom Sandkastenspielzeug bis zur Kücheneinrichtung, was halt im Laufe eines Jahres erneuert werden muss.

Damit die Schulkinder ihre Hausaufgaben machen können, kauften wir Bücher und einen Drucker, jetzt werden die täglichen Hausaufgaben ausgedruckt und müssen zuerst gemacht werden, bevor gespielt und getobt werden kann, was inzwischen gut funktioniert.

Da das Wasser sehr teuer geworden ist und die Toilettenspülung bei den Kleinen ständig unnütz gebraucht wird, montierten Olaf und Felix ein Urinal für die Jungs. Allein schon beim anpassen der Höhe wollte jeder Maß nehmen! Sehr beleidigt waren die kleinen Mädels, als die Jungs ihnen erklärten, dass ist nichts für Euch.

Dann wurden noch Regale für die Aftercare gebaut, ein Schrank gekauft u.v.m.

Nachdem wir im September wiederkamen, war für den Rest dieses Jahres nicht mehr so viel zu kaufen, außer Matratzen, Lätzchen, Bastelmaterial etc. und die Gemeinde verlangte große Mülltonnen.

Das Holzhaus wo Sue-Ellen, unsere Aftercare-Lehrerin für die Großen, mit ihren Eltern wohnt, brannte völlig ab, man konnte nichts mehr retten. Hier haben wir auch einen Beitrag für den Wiederaufbau geleistet.

Ein weiterer Schritt wurde gemacht, als wir die “non profit” Bescheinigung vom Government endlich erhielten. Damit müsste jetzt endlich der Weg frei sein, staatliche Zuschüsse für den Kindergarten zu bekommen. Aber man hat Monika Bertels schon mitgeteilt, dass es frühestens im kommenden Jahr klappen könnte. Wir warten jetzt seit 5 Jahren darauf!!

Desmond, einer unserer ehemaligen Kindergartenväter in Pastor, hat eine Sonntagsnachmittagsschule im Township aufgemacht. Da die Kinder sonntags nichts zu tun haben und ihre Eltern sich meist nicht um sie kümmern, macht er Spiele, Gesang, Gespräche über Sexualität usw. und es gibt außerdem etwas zu essen. Auch hier haben wir einen Beitrag geleistet.

Ab heute sind die Aftercare-Kinder mit der gesamten Belegschaft für 10 Tage im Feriencamp. Es wird gezeltet, Spiele veranstaltet, Wanderungen gemacht und abends am Lagerfeuer erzählt.

Es ist für die Meisten das einzige Mal im Jahr, wo sie in Ferien gehen können.”

Olaf und Inge Michels

 

 

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